Mittwoch, 12. Mai 2010

Fußballturnier 28./29. April 2010, Wahlen


Gruppenfoto vorm Finalspiel


Die Preise

Mal Sonne, dann strömender Regen
Mittagessen

Juniormannschaft beim spielen


Parade durch die Stadt, etwas was auf den Philippinen auch immer sein muss
Papa Eds und Kuya Cesar

Anreise mit dem Motorrad



Fußballturnier 28./29. April 2010

Mittwoch und Donnerstag vorletzte Woche stand wie angekündigt ein Fußballturnier zwischen der City of Borongan und der Municipality of Taft an (Eine Mischung zwischen Stadt und Kreis, die Municipality besteht aus den Hauptort-Barangays und viele Barangays (Dörfern) drumherum. Außer Borongan, welches diesen Stadt-Status ständig ab-und wieder anerkannt bekommt gibt, es in Ost-Samar keine Städte). Mittwoch morgen hieß es also 5.45 aufstehen und zum Treffpunkt fahren. Außer Jane, Mathis und mir fuhren auch noch Kuya Cesar (der Chef unseres Stammlokals und gleichzeitig der 1. Vorsitzende der Borongan Football Association) sowie Papa Eds (ein Kellner dort und ein guter Freund) sowie Marvin (auch ein Freund und Lehrer in Hernani) mit den Motorrädern nach Taft, welches in etwa 1 ½ Stunden nördlich von Borongan liegt. Wahrscheinlich wäre man wesentlich schneller dort, wenn die Straße vor Taft nicht so katastrophal wäre und eigentlich beinah schon als Offroad bezeichnet werden kann. Der andere Teil des Clubs, darunter die beiden Jugendmannschaften war bereits gegen fünf mit dem Bus losgefahren und waren dementsprechend schon vor uns eingetroffen. Der erste Spieltag war mehr oder weniger den Kindern vorbehalten, wir spielten nur ein Spiel. Taft ist was Fußball anbelangt noch etwas größer als Borongan, im Gegensatz zu uns stellten sie gleich drei Erwachsenenmannschaften und, wie auch wir, zwei Jugendmannschaft.
Statt fand das Turnier auf dem Gelände einer Grundschule, vor dem ersten Anpfiff ging es allerdings erst in einer kleinen Parade durch die Stadt, warum genau weiß ich nicht, vielleicht wollte man damit einfach nur Zuschauer anlocken. Paraden gibt es hier übrigens ständig und überall und für alles und jeden, insbesondere jetzt während der Wahlzeit, aber auch zu jeden Gründungstag von irgendetwas.
Wir traten unter den Namen Black Bugs auf, benannt nach den schwarzen Reiskäfern die ich schon mal als zweitägige Plage in Hernani miterlebt hatte. Licht im Haus ist eine ganz schlechte Idee, da man sie dann scharenweise um sich hat und sie gleichzeitig noch einen schlechten Geruch verbreiten. Da half eigentlich auch nur, recht früh ins Bett zu gehen und das Licht auszumachen. Kuya Cesar hatte für dieses Turnier eigens T-Shirts bedrucken lassen, natürlich in Schwarz, dazu ein weißer Aufdruck. Das Wetter diese beiden Tagen war sehr wechselhaft, eben schüttete es in Strömen, kurze Zeit darauf kam wieder die knallend heiße Südseesonne raus.
Das erste Spiel das wir spielten lief etwas chaotisch ab. Fußball ist auf den Philippinen ein noch recht exotischer Sport was bedeutet, dass selbiger mehr oder weniger noch in den Kinderschuhen steckt. Da derjenige der das Tor macht in den Augen des ungeschulten Zuschauers der Beste ist, versuchten viele in Eigenaktionen Tore zu schießen, was zur Folge hatte, das der Verteidiger auf einmal zum Stürmer wurde und die Positionen zu sehr durcheinander geworfen wurden. Ich wechselte mich mit Mathis und Jane meist auf der Mittelfeld oder Verteidiger Position ab, war aber auch einmal im Sturm, man merkt also, es war alles nicht so ganz fest. Das erste und auch letzte Spiel an diesem Tag, welches vom Ablauf her nicht sonderlich toll war endete also mit einem 1:1 gegen einen recht starken Gegner. Am Abend wurde natürlich mit der Mannschaft ordentlich einer draufgemacht, ehe es am nächsten Morgen gegen 9 Uhr weiterging. Überaschenderweise habe ich nach einer durchzechten Nacht auf den Philippinen meistens keinen Kater, ob es am Klima liegt? Der Alkohol müsste bei den Preisen eigentlich der reinste Fusel sein, aber irgendwie geht es morgens sehr viel besser als in Deutschland.
Das nächste Spiel und das erste für uns an diesem Freitag endete mit einen 2:1 Sieg und lief auch wesentlich besser, das nächste am Nachmittag welches wieder etwas unorganisierter war, endete in einem 0:0 unentschieden, reichte aber aus um uns ins Finale zu bringen um hier wieder auf unseren Gegner vom ersten Spiel am Vortag zu treffen. Die erste Halbzeit endete unentschieden, in der zweiten war wesentlich mehr Feuer im Spiel, da es immerhin um einen von einer politischen Partei gespendeten Pokal und Geldpreis ging (Wahlen auf den Philippinen haben also doch ihre kleinen guten Seiten, ansonsten wäre da sicher nichts gewesen). Allerdings endete auch die zweite Hälfte am Spätnachmittag torlos und langsam wurde es bereits dunkel. Die Entscheidung musste also mit einem Elfmeterschießen aus vier Schützen beigelegt werden. In weiser Voraussicht um meine Treffsicherheit hielt ich mich allerdings von Anfang an da raus und ließ da geschulteren Schützen den Vortritt. Anfangs lief es gut, ein Treffer und einer souverän von Kuya Cesar als Torwart gehalten, dann allerdings ein Fehlschuss von Borongan und Anschlusstreffer von Taft, darauf erneuter Fehlschuss von Borongan und erneuter Treffer von Team aus Taft, was das Spiel entschied und uns auf den zweiten Platz setzte. Sieger der Herzen und so. Dennoch bekamen auch wir einen Pokal und einen Geldpreis von immerhin 1000 (ca. 16€) Peso. Da unser Teamleiter Kuya Cesar mit der Niederlage zu kämpfen hatte, da er selbst einen Schuss versemmelt hatte nahm ich den Pokal und Preis entgegen, dann schnell ein Foto gemacht vorauf hin mir gesagt wurde, dass der Nationalheld Manny Paquiao das Foto sehen werde (Seine Partei hatte nämlich den Preis gesponsert, da selbiger, wohl derzeit von den Filipinos am meisten geliebter Landsmann und sehr erfolgreicher Boxer nun selbst Gouverneur in seiner Heimatprovinz in Mindanao werden möchte). Ob das stimmt oder nicht, keine Ahnung, ist aber letztendlich auch belanglos.
Die Boronganer Fußballjugend war noch ein bisschen erfolgreicher: Die Alangian`z belegten den ersten Platz, zweiter wurden die Jugendmannschaft der Black Bugs, die Tafter Mannschaften Blue Dragons und Red Dragons wurden auf die Plätze drei und vier verwiesen.
Im Großen und Ganzen bot das Turnier eine angenehme Abwechslung und war eine nete Angelegenheit, vor allem eben das Drumherum, vom Spiel hier selbst ist das übliche Kicken vor dem Kapitol eigentlich schöner, da es hier um nichts geht und der Spielablauf dann gleich wesentlich besser funktioniert.

Die Wahlen sind hier in Borongan und wohl auch ganz Ost-Samar offenbar friedlich verlaufen, ich habe jedenfalls nichts anderes gehört und mitbekommen. Gewählt wurden sowohl ein neuer Präsident, dessen Vize, der Senat und das Repräsentantenhaus, auf Provinzebene für Gouverneur, Vizegouverneur, Bürgermeister, dessen Vize und Stadtrat, das einzige das wohl nicht gewählt wurde waren die Barangay Politiker. Auch im vorhinein war keine Anspannung zu merken, am Wahltag selbst war auf den Straßen kaum etwas los, dafür aber am Tag danach: Da es ein absolut reguläres Mittel ist, die Wähler mit Geldern zu bestechen waren die Geschäfte ziemlich voll, da die meisten Filipinos vom Sparen ohnehin nicht viel halten. Geld ist de facto eben nur vom Nutzen, wenn man es auch ausgibt. Die politischen Parteien müssen bei den Wahlen Unsummen an Geldern ausgeben, wenn man sich mal vor Augen hält, dass teilweise bis zu knapp 2000 Peso (ca. 30€) ausbezahlt werden, was gut einem halben Monatsgehalt entspricht.

Dienstag, 27. April 2010

Urlaub, Umzug, Fussball, Wahlen


Pancit Kanton, weit verbreitetes Nudelgericht

Gasse in Tacloban

In Ormoc beim Lanzonis kaufen

Am taoistischen Tempel in Cebu

Feuerwehr auf Siquior

Pool

Im Resort auf Siquior

Typische Samar-Vegetation

Sonnenuntergang ueber Negros

Auf Siquior


Motorradtour auf Siquior

Mein Bruder mit Que

Wasserfaelle auf Siquior

Meine Mutter und ich



Mein Vater und ich beim Billard

Hahnenkampf im Barangay San Gabriel, Borongan

Siquior

Am Strand in Hernani (Kanhugas oder Basyao)

Jeepney Richtung Hernani

Ich in unserem Stammlokal

Regen am Pazifik


Blogeintrag Ende April 2010

Liebe Lesergemeinschaft
Hier endlich wieder ein neuer Blogeintrag und es gibt einiges zu berichten.
Mein Umzug nach Borongan ist mittlerweile erfolgt und ich wohne nicht länger in Hernani. Ende März zog ich bereits dorthin, wohnte zunächst aber bei meinen Freunden Jane und Mathis im Haus mit, am 1. April war dann schließlich der Vertrag für mein neues Domizil gültig, allerdings erfolgte jetzt erstmal der lang ersehnte Urlaub mit der Familie.
…welche am 28. März in Manila eintraf und am Tag darauf nach Tacloban flog, wo wir uns am Romualdez-Domestic Airport trafen.
Die Reiseroute ging nach einer Nacht in Tacloban zunächst nach Eastern Samar, um meinen Eltern und meinem kleinen Bruder zu zeigen, wo und wie ich leben. Da ich jetzt in Borongan wohne, war es auch wesentlich einfacher, eine Unterkunft zu finden, da es eben einfach ein Stadt ist und eben wesentlich mehr vorhanden ist als in Hernani. Selbiges ließen wir allerdings auch nicht außer acht und besuchten bei einem Tagesausflug zum einen die Sehenswürdigkeiten wie Kanhugas mit seinem mächtigen Wellenspiel und zum anderen Nagaja, den Strand an dem ich anfangs gute Schnorchelerfahrungen gemacht hatte. Leider musste ich feststellen, dass es im Verlauf des Jahres nicht mehr so ansehnlich war wie zu Anfang. Ich vermute mal, dass es vor allem daran liegt, dass es als ich hier angekommen gerade der Sommer (welcher jetzt wieder im vollen Gange ist) zu Ende ging. Vermutlich dürfte man dort also bald wieder einiges zu sehen bekommen, ich werde es auf jeden Fall noch mal ausprobieren. Da es an dem Tag einen recht normal guten Wellengang hatte, waren die Sicht unter Wasser recht schlecht und die meisten Fische und andere Meereslebewesen zogen es offenbar vor, sich etwas geschütztere Plätze zu suchen. Demnach war es nicht sonderlich spektakulär. Ferner besuchten wir in Hernani natürlich noch meinen Chef, Mano Fidel, welcher uns für später noch nach Nagaja in seine Hütte zum trinken einlud. Selbstverständlich besuchten wir auch noch meine ehemaligen Gasteltern, welche sich über den Besuch sehr gefreut haben und nachmittags einen grandiosen Thunfisch auftischten (Marasa=Lecker).
Donnerstag unternahmen wir eine kleine Motorradtour in Eastern Samar, Karfreitag ging es zum Kaputian Wasserfall (ebenfalls mit dem Motorrad, da das Barangay (etwa einem Stadtteil entsprechend) San Gabriel etwas abgelegen ist und im Hinterland liegt). Nach der Tour dorthin, einem erfrischenden Bad und ein paar Sprüngen vom Wasserfall ging es durch das Barangay zurück, wobei wir noch an einem Hahnenkampf vorbeikamen. Die Besuchergemeinschaft war sehr entzückt, ein paar ausländische Gäste begrüßen zu dürften und als dann noch der Fotoapparat ins Spiel kam, bildeten die Dörfler eine Gasse, im Zuschauerring, damit mein Vater auch ja gut fotografieren konnte. Dies war wirklich ein schönes Erlebnis, so eine Freude und Begeisterung zu erleben. Der Hahnenkampf hat insbesondere im philippinischen Dorfleben eine große Bedeutung und ist ein gesellschaftliches Ereignis der Männer im Dorf. Beinahe jeder, der etwas auf sich hält, hält sich seine eigenen Kampfhähne die er samstags und sonntags, aber auch feiertags zum Kampf bringt. Wer keinen Hahn kämpfen lässt, der kommt zumindest zum Wetten und verzockt sein Geld, trotz Armut. Es ist ein ziemlicher Kult um diese Hahnenkämpfe, in den Geschäften gibt es Säcke mit den verschiedensten Futtern, es gibt Pillen und Tabletten zu kaufen, die dem Hahn Vitamine und Kraft geben sollen, damit er in den recht brutalen Kämpfen als Sieger hervorgeht. Beinahe jedes Dorf hat seine eigene Arena, die eigens dafür errichtet wurde, Hahnenkämpfe auszutragen, wer am Wochenende oder eben an einem Feiertag dort vorbeikommt, dem wird der Tumult nicht entgehen. Da der Hahnenkampf den wir uns ansahen in einem recht abgelegenem Barangay stattfand, gab es keine Arena und der Kampf wurde einfach auf einem freien Platz ausgetragen. Bis zum Kampftag sind die Halter der Tiere übrigens sehr bekümmert um sie, streicheln und putzen sie häufig und sehen zu, dass die Käfige einigermaßen sonnengeschützt sind. Der Kampfablauf dauert in der Regel nicht besonders lange. Beide Kontrahenten bekommen messerscharfe Sporen an eines ihrer Beine angebracht, anschließend werden sie auf einander scharf gemacht indem man sie gegeneinander hält und sie sich gegenseitig mit dem Schnabel picken. Ist das passiert setzt man sie beide auf den Boden und lässt ihnen freien Lauf. Aufgrund des Sporen ist mindestens ein Hahn nach kurzer Kampfzeit schwer oder tödlich verletzt, sollten die beiden Hähne den Kampf aufgrund von Verletzung abbrechen werden sie einfach wieder zusammengesetzt, so lange bis einer schließlich tot ist. Meistens ist aber auch der Sieger schwer verletzt und landet letzten Endes auch im Kochtopf.

Soviel zur kleinen Exkursion..
Weiter oder eben nicht weiter ging es am Samstag, meine Eltern und mein Bruder mussten sich an diesem Tag ein wenig mit sich selbst beschäftigen, da ich einige Möbel die im Haus von Jane und Mathis standen zu mir rüber bringen musste und die Wohnung ein wenig auf Vordermann bringen wollte.
Sonntag ging es dann wieder in Richtung Tacloban, von dort nach Ormoc und dann mit der Fähre weiter nach Cebu. Nach einer Nacht dort ging es weiter nach Siquior, der so genannten Hexeninsel. Es ist tatsächlich so, dass die Filipinos oftmals Angst vor dieser Insel haben. Ein Freund aus Hernani, den ich per SMS geschrieben hatte, dass ich nach Siquior fahre, schrieb mir besorgt zurück, dass er das für keine gute Idee hielte, es gäbe dort eine Menge Aswangs (Hexen und Zauberer), er wolle mir keine Angst machen aber ich solle gut aufpassen und bloß nicht mit Fremden reden. Warum auch immer diese Insel diesen Ruf weg hat, völlig unberechtigt denke ich. Ich habe Siquior als sehr schöne Insel erlebt, was sicherlich auch an dem Resort lag, in dem wir uns auf der Insel aufhielten. Dennoch: Im Gegensatz zu allen anderen philippinischen Inseln die ich bislang gesehen habe, ist Siquior längst der Straße überraschend gut gepflegt und aufgeräumt. Findet man sonst nur Berge von Müll am philippinischen Straßenrand (Umweltbewusstsein ist bei den meisten wirklich nicht vorhanden, Müll einfach aus dem Fenster zu schmeißen, Dynamit- und Cyanidfischerei und die Mentalität, sich nach Möglichkeit mit dem Auto oder Motorrad direkt vor die Haustür fahren zu lassen verdeutlichen dies), so war diese auch sonst sehr schöne Insel überraschend sauber und hat mir von den Inseln die ich bislang im philippinischen Archipel gesehen habe am besten gefallen.
Das Resort in dem wir uns eingemietet hatten, war wirklich so, wie man sich Urlaub unter Palmen vorstellen kann, Essen gut, schöne Anlage und eigentlich auch sonst alles gut, entspannende Tage..
Nach Vier Tagen ging es dann aber wieder zurück nach Cebu (Stadt) um von dort aus in den Norden der Insel Cebu zu fahren. Es ging auf die beiden vorgelagerten Inseln Bantayan und Malapascua, Bantayan war insgesamt eher auf einheimische philippinische Urlauber abgestimmt und war am Wochenende unglaublich voll. Malapascua war irgendwie eigenartig, und beinahe ein bisschen nervig, da es touristisch weit vorangeschritten war. Dauernd wurde man angesprochen, ob man nicht irgendetwas kaufen möchte, sich massieren lassen wolle oder eine Bootstour machen wolle. Letztere haben wir dann auch gemacht, einmal um die Insel herum, welche allerdings nur zwei Kilometer lang und einen Kilometer breit ist. Ziel auf der Tour waren ein paar Schnorchelmöglichkeiten, Korallen und ein japanisches Schiffswrack aus dem zweiten Weltkrieg welches nah vor der Küste gesunken war und nun in einer Tiefe von vielleicht fünf bis sechs Meter lag. Allerdings war bis auf das Gerippe alles abgebaut und der Stahl wiederverwertet worden, außer einer Gabel aus neuerer Zeit waren auch keinerlei Artefakte im Sand zu finden, die haben sich vermutlich entweder die Bewohner von Malapascua oder das Meer geholt.
Ansonsten was Malapascua nicht so interessant und wirkte auch nicht exklusiv, als das es die verhältnismäßig hohen Preise auf dieser kleinen Insel gerechtfertigt hätte. Letzten Samstag schließlich hieß es wieder: Abschied nehmen. Von Cebu aus ging es für mich zurück nach Tacloban und von dort am nächsten Tag nach Hernani. Für meine Eltern ging es von Cebu nach Manila, allerdings hörten wir bereits hier, dass es in Europa wohl Komplikationen im Luftraum wegen des Vulkanausbruchs in Island gäbe. Das dies so problematisch werden würde, hätte wohl keiner von uns gedacht. Zunächst einmal blieb der Luftraum für einige Tage gesperrt, dann ergab sich das Problem, dass Kuwait Airlines nur zweimal die Woche fliegt, und für den Rücktransport der sitzen gebliebenen Passagiere weder zusätzliche Maschinen einsetzte und sich auch in keiner Allianz befindet, sodass Partnergesellschaften den Rückflug hätten übernehmen können. Nach einer weiteren, gezwungenen und stressvollen Woche Manila konnten meine Eltern und mein Bruder dann allerdings doch noch am Wochenende 24./25. April nach knapp einen Monat Philippinen ausreisen.

Zurück in Eastern Samar:
Da ich jetzt erstmal mit dem Einrichten der Wohnung beschäftigt bin, habe ich immerhin ein wenig was zu tun. Auf Trab halten mich derzeit, insbesondere nachts, auch Ratten. Da ich mein Bett nicht den engen Treppenaufgang nach oben bekommen habe, schlafe ich derzeit unten, da das Haus allerdings einen Zwischenboden hat in dem sich die Viecher optimal verstecken und rumrennen können, wecken sich mich damit nicht allzu selten auf, zum anderen sind sie einfach nicht gerade ein Plus was Hygiene und Sauberkeit anbelangt. Nachdem ich allerdings eine Ratte mit einer Klebefalle gefangen und anschließend erledigt habe, ist es etwas ruhiger geworden, sind aber dennoch hörbar präsent. Von Hähnen werde ich, im Gegensatz dazu als ich noch in Hernani gewohnt habe, eigentlich nicht mehr geweckt, es sind zwar auch welche vorhanden, allerdings sind die glücklicherweise ein Stück weiter weg. Da allerdings nach wie vor alles etwas hellhörig ist, da die Wand in der oberen Etage zu meinen Nachbarn nicht abgetrennt ist weckt mich ab und zu mal dem sein Wecker.
Was es an Arbeit geben wird oder eben nicht, bleibt abzuwarten, geplant ist aber noch diverse Präsentationen zu errichten, Standorte von endemischen Bäumen festzustellen und ggf. eine Datenbank über selbige anzulegen. Mal sehn, was sich davon realisieren lässt und vor allem auch in welchem Maße.
Ansonsten habe ich hier in Borongan Anschluss an den hiesigen Fußballverein gefunden, der Borongan Football Association. Eines lässt sich allerdings sagen: Fußballspielen in einem tropischen Land hat nochmal einen ganz anderen Charakter, insbesondere deshalb, da die Sonne schon recht früh sehr hoch steht und besonders knallt, nachmittags ab vier wird es dann wieder etwas angenehmer. Dennoch ist nach einer halben Stunde hin und her Gerenne für mich in der Regel erstmal Pause angesagt: Es ist zu heiß. Diese steht ein Turnier in Taft (etwa eine Stunde nördlich von hier) an. Es ist schön, zu einem hier eher unüblichen Verein Kontakt gefunden zu haben, da aufgrund der Amerika-Orientiertheit der Filipinos fast nur Basketball gespielt wird, was bei der durchschnittlichen Größe der Filipinos allerdings eigentlich wenig Sinn ergibt.
Allmählich geht es auch in die heiße Phase, was die Wahlen am 10. Mai anbelangen. In Borongan ist, ein riesiger Tumult, andauernd fahren irgendwelche Paraden durch die Stadt, Politiker organisieren kleine Konzerte mit regionalen Bands oder gründen Radiosender, in denen alle halbe Stunde ein Lied über sie abgespielt wird. Selbiges ist übrigens ein sehr beliebtes Mittel hier: Populäre Lieder auf den eigenen Namen und Programm umzudichten, Fahrzeuge wie Tricycles, Multicabs oder Jeepneys mit Musikanlage auszustatten und durch die Stadt zu schicken. Ein sehr beliebtes Lied der Filipinos ist z.B. „Nobody nobody but you“. Interessant ist zunächst einmal zu erwähnen, dass dieses Lied seit mindestens unserer Ankunft im September 2009 in Dauerschleife rauf und runter läuft und alle immer noch total darauf abgehen.
Aus “Nobody nobody but you” wird dann z.B. “Vote Nobody nobody but …(Politikername)”. Das schlimme jedoch ist, dass den Filipinos diese Manipulation offenbar überhaupt nicht bewusst ist und auch auf die umgedichteten Versionen die irgendein Fahrzeug gerade abspielt total abgehen. Dies zeigt leider mal wieder, dass eine politische Bildung und Meinung meist gegen null tendiert und man die Kandidaten nicht aufgrund ihres politischen Ansatzes wählt. So herrscht auf Samar auch weitläufig die Meinung, dass der Diktator Marcos ja ein guter Kerl war, schließlich hat er auch die San Juanico Bridge zwischen Samar und Leythe gebaut und die Insel damit verkehrstechisch erschlossen. Sämtliche andere Handlungen und Taten des Diktators werden dabei völlig außer acht gelassen.


Da ich jetzt in der Provinzhauptstadt und hier wie gesagt das Internet auch besser ist werde ich versuchen wieder haeufiger Blogeintraege einzustellen. Schaut also rein.

Beste Gruesse
Ingo

Sonntag, 21. März 2010

Calbiga Höhle, Manila, Urlaub, Neues


Abendstimmung vom alten Haus in Hernani aus

Im Urlaub auf Süd-Leythe




Süd-Leythe



Blick auf HernaniWasserbüffelMein Motorrad Honda TMX 155
Nochmal Hernani von oben






Makati City, der Wolkenkratzer Stadtteil der Metropolregion Manila








Nach langer Pause…





…hier endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Es ist jetzt gut zwei Monate her, dass ich den letzten Eintrag verfasst habe, wieso das so lange gedauert hat liegt vor allem daran, dass immer die passende Gelegenheit fehlt einen Eintrag einzustellen, eben vor allem deshalb weil das Internet welches ich übers Mobilfunknetz beziehe in Hernani nicht besonders gut ist. Aber genug davon, ich glaube ich fange einfach mal an, die Ereignisse chronologisch abzuarbeiten.Da war Ende Januar zunächst einmal das Zwischenseminar für alle Freiwillige auf den Philippinen, da es sich hier um eine Veranstaltung handelt, die gemacht werden MUSS auch wenn es eigentlich nicht sonderlich viel zu bereden gibt, war das ganze eigentlich sehr locker, der Alkohol floss mal wieder in Strömen und man sah auch mal wieder die Leute von den anderen Inseln, die man ja sonst nicht so häufig trifft. Für mich ging es allerdings letztendlich auch darum, dass Gespräch zu unseren Mentoren zu suchen was vor allem daran lag, dass ich für mich beschlossen habe, dass ich nicht länger mit meinem Mitbewohner zusammenwohnen möchte. Schuld daran sind eine Vielzahl von kleinen Reibereien aber auch einfach die Tatsache, dass wir einfach nie auf einen grünen Zweig kommen, kurzum es gab einfach eine große Anzahl an Dingen die mich stören. Wie schon im letzten Beitrag geschrieben, war die Idee am Projektplatz ein Haus zu errichten. Dies gestaltete sich allerdings letzten Endes als immer schwieriger und schließlich beinahe unmöglich, es fing bei dem Streit an, dass ich dort alleine einziehen wollte, mein Mitbewohner, der die ganze Zeit stets von sich gab, dass er mit der aktuellen Wohnsituation hoch zufrieden ist wollte auf einmal auch irgendwie daran beteiligt sein um sich dort aufhalten zu können, wollte aber hauptsächlich in dem jetzigem Haus wohnen bleiben. Die Idee war dann, zwei getrennte Dinge zu errichten: Ein Haus und ein Cottage in dem sich mein Mitbewohner hätte aufhalten können, allerdings wurde die Sache mit dem Geld am Ende sehr verzwickt, da es zum ersten hieß, es stehe derzeit keins zur Verfügung und zum anderen, da das Geld aus dem Partner-Support-Fond sowieso wohl nicht gereicht hätte. Außerdem hätte, da die Stelle auf einen Hügel liegt einen Brunnen errichten müssen, was nochmals sehr teuer gekommen wäre, falls es überhaupt Wasser gegeben hätte. Die Lösung für das Wohnungsproblem ergab sich erst vor kurzem, doch dazu später mehr…Nach dem Seminar hatten einige Freiwillige beschlossen, einen Ausflug nach Western Samar in das Calbiga Höhlensystem zu machen. Noch nichts von gehört? Wohl kaum einer, obwohl es immerhin das drittgrößte der Erde ist –und nahezu unerschlossen. Keine Straße führt hin, sodass zum erreichen erst einmal eine Dschungelwanderung von ca. zwei Stunden nötig war, ehe wir zum Eingang kamen. Ich war natürlich auch mit von der Partie und gut, dass ich während der Wanderung noch schnell über eine dornenbesetzte Liane stolperte und mir die Wade aufschrammte, ehe wir ins rutschige Innere gingen. Die Höhle war beinah wie in verschiedene Räume aufgeteilt, zunächst ein steiniger Eingang aus Stalaktiten und –miten, dann oft Matsch. In manchen dieser „Räume“ oder besser gesagt Säle könnte man ohne Problem ein Fußballfeld errichten können, wenn man denn wollte. Nach einer Abseilaktion und der mehrfachen Durquerung mehrerer unterirdischer Bäche kamen wir an den gigantischen Höhlenausgang, der wohl schwer zu schätzen seine 70-100 Meter Höhe gehabt hat. Am Höhlenausgang selbst war die Luft ziemlich muffig, verantwortlich dafür waren abertausende von Fledermäusen die an der Decke hingen. Manche sahen sich noch das Spektakel des Abfluges eines riesigen Schwarms am Abend an, eine kleine Gruppe und darunter auch ich bevorzugten es allerdings, wieder nach Tacloban zu fahren. Nach der Tour durch die Höhle kam ich mir auch einfach nur unglaublich schmutzig vor und war dann doch ganz froh, am Abend noch mal duschen zu können. Der Rückweg dauerte allerdings auch noch mal zweieinhalb Stunden und der Weg war ziemlich rutschig, sodass sich andauernd irgendjemand hinlegte. Am Ende dieses Tages, an dem ich glaube ich um halb fünf aufgestanden war, fühlte ich mich auch so müde wie lange nicht mehr. Den Tag darauf war dann wieder Rückfahrt nach Hernani angesagt. Inzwischen wurde es immer schwieriger, eine Lösung für das Wohnungsproblem zu finden, zusätzlich wurde auch die Arbeitssituation nach wie vor nicht besser, die LGU Hernani schien kein sonderliches Interesse an dem Projekt zu haben oder stellte sich die Sache nur im kleineren Maßstab vor. Inzwischen sind wohl gut an die 2.000 jungen Bäume vorhanden, das mag zwar erst einmal gar nicht so wenig erscheinen, ist aber wirklich nicht viel und wäre wenn man es zusammenstauchen würde vielleicht die Arbeit von wenigen Tagen. Schließlich wandte ich mich mit meinem Problem nach oben und wurde letztendlich vom DED-Landesbüro nach Manila eingeladen um dort nach einer Lösung zu suchen.Zunächst folg ich allerdings schon das Wochenende davor nach Manila und das hatte seinen Grund, inzwischen ist nämlich tatsächlich schon die Zeit von ½ Jahr vergangen was soviel wie bedeutet, dass mein lang ersehnter Besuch ins Haus stand. Von Manila aus brachen Eva, Flo und ich nach Tacloban auf und fuhren direkt weiter nach Hernani. Dort angekommen zeigte ich den beiden erst einmal ein wenig die Umgebung und eben so die lokalen Attraktionen, darunter Kanhugas (natürliche Wasserspiele), Nagaja (schnorcheln), meinen Arbeitsplatz und noch ein paar andere Dinge. Mittwoch Abend brachte ich die beiden nach Borongan, wo sie sich für den nächsten Tag selbst beschäftigen mussten, da ich morgens um sieben wieder zurück nach Tacloban fuhr um nach Manila zum Gespräch zu fliegen. Den Nachmittag des Wartens dümpelte ich durch Makati, dem Geschäftsviertel Manilas. Bislang empfand ich die Skyline von Frankfurt schon als recht beeindruckend, selbige ist aber mit der Makatis nicht vergleichbar und man stellt schnell fest, wo sich das ganze Geld der Philippinen versammelt. Es ist ohnehin so, dass die Philippinen gar nicht mal so ein armes Land sein müssten, wäre das Geld nur gerecht verteilt, aber ich denke, da ist das Inselarchipel nicht die einzige Nation auf dieser Welt der es so ergeht.Im Gespräch selbst am nächsten Tag legte ich alles da, was mich stört und wie ich die Situation einschätzte und sagte auch, dass es so einfach nicht weitergehen kann.Das all das Reden und das Suchen nach Lösungen nicht umsonst war machte mich ziemlich froh, ich arbeite zwar nach wie vor im selben Projekt, ziehe aber in die Provinzhauptstadt Borongan um.Bis ich diese freudige Nachricht erhielt vergingen allerdings noch ein paar Tage Urlaub mit meiner Schwester und ihrem Freund. Zunächst setzten wir unsere Reise von Tacloban nach Süd-Leyte fort, genauer gesagt nach Maasin und verbrachten dort drei Tage. Einen Tag machten wir eine kleine Wanderung zu einem Schrein und später zu einem Fluss, in dem Flo, allerdings vergeblich, versuchte ein paar Fische an die Angel zu locken. Verflogt wurden wir dabei auf Schritt und Tritt von einer Horde Kinder, was den erfahrenen Angler sichtlich nervös machte…Am nächsten Tag stand dann ein Ausflug zu einem See, wieder wurde die Angel ausgeworfen aber offenbar zogen es die Fische in dem übergelaufenem See offenbar vor, lieber zu dösen als anzubeißen. Am nächsten Tag dann der Aufbruch zu dem, weshalb wir eigentlich nach Süd-Leyte gefahren waren: Walhaischnorcheln. Auf dem Auslegerboot ging es dann los auf die Suche und tatsächlich, gegen Nachmittag stießen wir dann auf einen kleinen Riesen, mit ca. sechs Metern Länge im Vergleich noch ein Baby, hält man sich vor Augen, dass diese Tiere bis zu 16m groß werden können. Beeindruckend war es trotzdem, vor allem, da der Walhai eine angenehme Geschwindigkeit vorlegte bei der man mithalten konnte und zudem nicht sonderlich tief schwamm (vielleicht ein bis zwei Meter unter der Wasseroberfläche). Am nächsten Tag setzten wir auf die Insel Bohol über und sahen uns am nächsten Tag die Chocolat Hills an. Über 1000 ca. 50 Meter hoher Hügel die sich nebeneinander aufbäumen, ein sehr bizarrer Anblick, angeblich besonders schön im Sonnenaufgang den wir allerdings lieber verschliefen. Dafür, dass diese Schokoladen Hügel immer so angepriesen werden, sind sie nicht so besonders, wohl war mal ganz nett anzusehen, viel kann man aber auch nicht machen.Dann ließen wir uns mit Motorrädern eine kleine Touri-Tour fahren, zunächst zu einem Schmetterling Park, sehr gepflegt und wie der Name eben schon sagt voller Schmetterlinge. Es folgte ein vor 50 Jahren angelegter Mahagoni Wald, ebenfalls sehr beeindruckend, wenn auch eine riesengroße Monokultur und der Boden biologisch gesehen somit total hinüber. Dann ging es zu einer ziemlich sinnlosen Hängebrücke aus Bambus, die wirklich nur für Touristenzwecke gebaut worden war, das konnte wohl selbst der dümmste Tourist erkennen: Ein Brücke rüber, auf der anderen Seite lauter Souvenirshops und dann wieder eine Brücke zurück. Wems gefällt... . Wir entschieden uns, für den Tag direkt nach Panglao Island zu fahren, eine kleine Insel unterhalb von Bohol die mit der Hauptinsel durch zwei Brücken verbunden ist. Touristisch sehr erschlossen, viele Resorts, der Strand (Alona Beach) ist leider ein wenig kurz zum Wasser hin, ist schön weiß aber taugt aufgrund massenweise Seegras und Seeigel allerdings nicht so zum schwimmen. Lohnender war er zum schnorcheln, insbesondere aber noch das Riff einer anderen kleinen Insel vor Panglao selbst, welche wir nach einer Delfinbeobachtung ansteuerten. Kostete zwar 150 Peso pro Person und ich konnte mir nicht vorstellen, dass es dort so viel zu sehen geben sollte als sonst wo, aber ich sollte mich irren. Im Wasser am Riff eine unglaubliche Anzahl von Fischen und Korallen, wie man sich eben so richtig ein tropisches Riff vorstellt. Viele, wunderschön bunte Fische, darunter auch lauter Anemonenfische. So knuffig wie sie in dem Film Nemo dargestellt werden habe ich sie allerdings nicht kennen gelernt, Besucher in Nestnähe waren überhaupt nicht willkommen und wurden bedroht, einer biss mir sogar in den Fuß (zum Glück war da noch ein Badeschuh, der war nämlich nicht ganz kraftlos). Das ich überhaupt zu dieser Tour mitfahren konnte nach der Nacht zuvor allerdings auch nicht so selbstverständlich, nachdem ich mir zur Feier des Tages ein Schnitzel in einem eigentlich recht guten Lokal gegönnt hatte und dann eine leichte Lebensmittelvergiftung hatte. Dazu muss ich dann wirklich nur sagen: Teurer bzw. exklusiver ist nicht immer besser. In der tiefsten philippinischen Provinz namens Ost-Samar ist mir das in den bisherigen sechs Monaten noch nicht passiert. Am Sonntag den 14. März war dann auch leider wieder Abschied angesagt, für Eva und Flo ging es zurück nach Deutschland, für mich zurück nach Samar am stillen Ozean (wieso der bei dem Wellengang teilweise so heißt ist mir auch fraglich). Lange Zeit bleibt jetzt allerdings auch nicht: Ich muss den Umzug perfekt machen und am 28. März steht auch schon wieder der nächste Besuch im Archipel an, meine Eltern et mon petit frère.Passend zu der kleinen Lebensmittelvergiftung die ich vor kurzem also hatte, ist nun auch noch sogenanntes „Red Tide“ in der Materinao Bay und auch am Pazifik. Das betrifft vor allem Muscheln und Krebse, ein Glück, dass ich keine Meeresfrüchte esse. Diese sind nämlich somit gerade mit einem Virus belastet, der nach Aussage von Mana Gloria tödlich verlaufen kann. Um so etwas herauszufinden muss allerdings erst einmal jemand daran erkranken, sodass inzwischen einige Bewohner der Materinao Bucht im Krankenhaus liegen. Generell wirkt Eastern Samar gerade ein wenig geschunden. Vor kurzem war nach dem Erdbeben in Chile Tsunamiwarnung, welcher jedoch zum Glück nicht eintraf. Ferner haben die gesamten Philippinen derzeit unter den El Nino Effekt zu leiden, welcher alle paar Jahre auftritt und dem gesamten Land eine Trockenperiode beschert, Wasserknappheit soll keine Seltenheit sein. Mal sehn, was passiert, das reicht jetzt allerdings erst mal, so viel will sich ja ohnehin kaum einer am Stück durchlesen, war nach der langen Pause allerdings mal nötig.

Also machts gut und beste Grüße aus Südostasien!

Dienstag, 26. Januar 2010

Wasserfall bei Hernani

Foto von der Baumschule



Gut beladenes Auslegerboot
Ausblick über die Region Salcedo

Beim Klettern nahe der Pazifikküste





Sonnenuntergang in Negros





Beim Tricycle (selbst) fahren





Mein Zimmer







Ein Fluss/Bach in Hernani








Mein philippinischer Führerschein


















Meine Machete, sieht nicht nur ganz nett aus, sondern war mir auch schon das ein oder andere mal recht nützlich










Frohes Neues
Wenn auch inzwischen gut verspätet, aber dennoch mein erster Eintrag in diesem Jahr. Was gibt es Neues? So langsam merke ich doch, dass ich mich inzwischen ein wenig eingelebt habe, dass merke ich vor allem auch daran, dass ich erst mal einen Moment nachdenken muss, was es denn so alles Neues gibt. Zunächst einmal sicherlich, wie ich Silvester verbracht habe. Ich habe mich relativ kurzfristig dazu entschieden über Silvester nach Negros zu fahren um dort mit ziemlich vielen anderen Freiwilligen Neujahr zu feiern. Die meisten von ihnen kamen eben auch aus Negros, sodass viele unbekannte Gesichter warteten. Insgesamt war ich acht Tage unterwegs, davon gerade mal drei im Resort, also im Zielort meiner Reise. Es war absichtlich so gedacht, dass der Weg auch gleichzeitig schon das Ziel der Reise war, schließlich habe ich mir vorgenommen, möglichst viel von den Philippinen zu sehen, wogegen mir im Vergleich ein Resort dann eher langweilig(er) erscheint. Los ging es mit dem Van nach Tacloban, eine wohlbekannte Strecke für die man je nachdem wie krank der Vanfahrer fährt zwischen 2 ½ und 3 ½ Stunden braucht. Die erste Nacht verbrachte ich mit einigen anderen Freiwilligen dann in Tacloban, ehe wir uns am folgenden Morgen auf den Weg nach Ormoc machten, eine Stadt an der Westküste der Insel Leythe. Von hier aus nahmen wir die Schnellfähre nach Cebu und waren dann innerhalb von ca. 2 ½ Stunden dort (anstatt 6 Stunden mit der normalen Fähre) In Cebu, eigentlich so DIE Stadt nach Manila, sahen wir uns dann zunächst die riesige SM Mall (Einkaufszentrum) an. Einen solchen riesen Klotz habe ich glaube ich noch nicht, oder wenn dann zumindest nicht oft gesehen. Ich konnte und kann mir eigentlich immer noch nicht vorstellen, dass auch nur in einem Drittel des Gebäudes irgendeine Art von Geschäft sein könnte, dass sich selbst nicht mindestens einmal wiederholt. Ein wirklich riesiger Moloch, der den krassen Gegensatz auf den Philippinen zeigt, denn die Preise dort entsprachen in vielerlei Hinsicht schon bald dem deutschen Preisniveau. Eigentlich mag ich solche Malls nur sehr bedingt, in Deutschland sind mir schöne Innenstädte mit Geschäftsstraßen dann eigentlich lieber, hier auf den Philippinen sind sie aber oft so die einzigen Orte, in denen man eben auch ein paar Dinge bekommt, die man sonst in der Provinz eben nicht bekommt. Die Mall in Cebu zum Beispiel beherbergte eine französische Bäckerei, in der es Leckereien wie Schoko-Croissant oder Brot mit fester Kruste gab. Wer auf das Brot in der Provinz angewiesen ist der wird bald feststellen, dass es für jemanden aus einer Brotessernation wie Deutschland auf Dauer nicht gerade befriedigend ist, da das hier alles ziemlich labberig schmeckt und eigentlich auch fast immer Zucker –wie wirklich fast überall–drin ist. In dem Sinne sind die Filipinos wohl schon kleine Naschkatzen.Nach einer Nacht feiern in Cebu galt es dann am nächsten Tag, erneut die Insel zu durchqueren, diesmal die Insel Cebu, gleichnamig mit der Stadt an ihrer Ostküste. Diese Fahrt erledigten wir mit dem Bus, wobei das wohl so ziemlich die kränkste Busfahrt war, die ich bislang gemacht habe, eigentlich war es eher wie Achterbahn fahren und ich war ziemlich froh, dass ich gegen sowas ziemlich resistent bin. Die Inseldurchquerung endete dann in Toledo an der Westküste von Cebu, von dort aus stand wieder 2 ½ Stunden Fähre an um nach San Carlos, an der Ostküste von Negros zu gelangen. Die Stadt soll wohl relativ schön sein, da eine spanische Familie Massenhaft Geld in sie investiert, angeblich wohl um sich ein wenig das Gewissen zu erleichtern, wie sie die Menschen vorher beim Anbau von Zuckerrohr geknechtet haben (So wurde mir das zumindest erzählt). Erneut folgte eine Busfahrt, diesmal von San Carlos nach Bacolod erneut durch das Landesinnere an die Westküste. Diese Busfahrt jedoch war wesentlich schöner, das lag vor allem an der wunderschönen Landschaft die sich uns bot, als der Bus durch die Berge quer durch die Insel fuhr. Es ging schon ein ganzes Stückchen rauf und von oben konnte man die „Chocolat Hills von Negros“ beobachten, jede Menge wunderschöne Hügel die an die berühmten „Originale“ auf der Insel Bohol erinnern lassen. In Bacolod verbrachten wir erneut eine Nacht und fuhren dann am kommenden Tag nach Sipalay, unserem Zielort. Dort verbrachte ich dann die drei kommenden Tage einschließlich Silvester und Neujahr, es war in dem Sinne wirklich mal schön, von dem alltäglichen Leben in Eastern Samar eine kleine Auszeit zu nehmen und die Philippinen so zu genießen, wie sie eigentlich nicht sind, in einem schweizerischem Resort bei Zürcher Geschnetzeltem und Berner Rösti (Und Käsefondue über Silvester). Bei meiner Reise durch die Visayas (also der mittleren Inselkette der Philippinen) ist mir eins aufgefallen, womit ich gar nicht so gerechnet hätte: Das die einzelnen Inseln doch noch mal teilweise stark voneinander Unterscheiden. Sowohl von der Landschaft, als eben auch vom Wohlstand her. Samar ist eine Insel mit viel sattem Grün, viel Kokos und einigen Reisfeldern. Negros hingegen hatte einen völlig anderen Charakter, es wirkte im Großen und Ganzen schon etwas Wohlhabender, auf jeden Fall aber bereits ein wenig fortschrittlicher und besser erschlossen, was man nicht zuletzt an den Straßen gemerkt hat. Dafür gibt es hier viele freie Flächen und viele Zuckerrohrfelder. Die Rückreise tätigte ich mit zwei anderen Volontären dann in nur zwei Tagen: Von Sipalay, welches eher an der Südküste der Insel angelagert ist nach Westen in die Stadt Dumanguete, von dort aus war der Plan eine Nachtfähre zu nehmen und über Nacht nach Cebu zu fahren. Allerdings hatte unsere Fähre die um elf Uhr abends abfahren sollte dann einen Motorschaden, was und kurz vorm einchecken gesagt wurde. Glücklicherweise gelang es uns dann auf eine andere Fähre umzubuchen, die um zwölf abfahren sollte. Um halb zwei lief die dann auch endlich in den Hafen ein und fuhr dann so gegen drei Uhr nachts ab. Schön an den philippinischen Fähren ist, dass man auf den Ticket eine Nummer stehen hat zu dem es dazugehörig ein Bett gibt. Da bot sich die Nachtfahrt natürlich auch insofern an, dass wir uns das Hotel sparen konnten. Gegen zehn Uhr morgens legte unsere Fähre dann in Cebu an, von dort nahmen wir dann wieder die gleiche Route zurück, wie wir gekommen waren: Cebu Schnellfähre nach Ormoc und von dort einen Van nach Tacloban, dort erneut einen Van Richtung Hernani. Ein aufwändiger Trip, aber er hat sich auf alle Fälle gelohnt.
Zurück in Hernani gab es dann wie eigentlich immer zunächst erst einmal nichts zu tun, bzw. eigentlich gäbe es eine ganze Menge zu tun, zahlreiche Umstände machen es nur leider oft sehr schwierig etwas zu tun. Vom 6. bis 8. Januar standen dann erst mal die Gründungsfeierlichkeiten an. Am Mittwoch dem 6. halfen wir Bäume entlang der neu gebauten Straße zwischen zwei Barangays (so etwas ähnliches wie Stadtteile) zu pflanzen. Abends gab es dann immer irgendein Programm auf dem Plaza. Die Wochen danach sah es so aus, als könnte in dem Projekt wieder etwas ins Rollen kommen, nachdem man uns mitteilte, dass wir eine Fläche von 1ha zur Verfügung gestellt bekommen sollen. Als wir uns die Fläche zeigen lassen wollten, wusste allerdings Renne mit dem wir zusammenarbeiten, nicht wo sich diese Fläche befinden sollte. Anstatt dessen zeigte er uns eine andere mit kleinen Bäumen gepflanzte Fläche wo er dann meinte „Die Bäume da können wir fällen und können dann eure dort anpflanzen, die die jetzt dort wachsen haben keinen großen Nutzen“. Das gerade er das gesagt hat, fand ich dann doch etwas hart, da er mir bislang wie derjenige vorgekommen war, der die Idee mit der Wiederaufforstung mit am meisten begriffen hätte. Nicht ausgewachsene Bäume fällen um dann wiederrum Bäume anzupflanzen erschien mir dann leider wenig logisch, er hat eben leider nur an den pure Nutzen gedacht anstatt erstmal an die hunderte Hektar anderer freien Flächen, die man vielleicht vorziehen sollte.Was die Wohnlage betrifft, so haben wir uns mit unserem Mentor noch einmal kurzgeschlossen und beschlossen, ein Bambushaus in GK-Village, unserem Arbeitsplatz zu errichten. Dies gibt uns viele neue Möglichkeiten: Zum einen sind wir dann vor Ort und sind in der Gesellschaft dort keine Fremden mehr und können den Menschen dort eher die Ideen der Rainforestation (vereinfacht gesagt Wiederaufforstung, jedoch etwas erweitert) beibringen. Zum anderen könnten wir dort Werkzeuge besser lagern und was die Privatsphäre anbelangt, so haben wir eher wieder unsere eigenen Rückzugsräume, bei denen man Ende letzten Jahres dann doch gemerkt hat, dass diese zeitweise etwas klein wurden was des Öfteren kleine Reibereien zur Folge hatte. Der DED hat diesen Plan soweit gebilligt, jetzt geht es eigentlich nur noch um die Umsetzung und darum, alles weitere mit der LGU (Lokalen Regierungseinheit) zu klären.